

Łosie ist ein großes Dorf in den Niederen Beskiden, direkt an der Grenze zur Slowakei. Bis fast zur Mitte des vergangenen Jahrhunderts lebten hier vor allem Lemken, Christen des östlichen Ritus. Viele von ihnen übten ein ungewöhnliches, heute nicht mehr anzutreffendes Gewerbe aus – das sogenannte „maziarstwo“, die Herstellung von Wagenschmiere. Ein Besuch im Schmierhändler-Gehöft (Zagroda Maziarska) ist die einzige Gelegenheit, es näher kennenzulernen!
Was war maziarstwo? Die Herstellung von „maź“, einer Schmiere auf der Basis von Teer und Erdöl, und der Wanderhandel damit. Sie diente unter anderem zum Schmieren von Wagenachsen oder als Allheilmittel. Die Schmierhändler aus Łosie zogen durch ganz Mitteleuropa und kamen zu beträchtlichem Wohlstand.
Das Schmierhändler-Gehöft besteht aus einer typischen lemkischen Hütte, einer Wagenremise und einem Wirtschaftsgebäude. Der Audioguide führt durch die Ausstellungsräume im Bauernhaus und erläutert die Herstellung und den Vertrieb der Schmiere. Mit dem Audioguide werfen wir auch einen Blick in die Wagenremise, um einen echten Schmierhändlerwagen zu sehen. Und obendrein führt der Audioguide die Besucher zur nahe gelegenen griechisch-katholischen Kirche...