

„Nur die unbeugsamen Knöpfe überlebten den Tod, Zeugen des Verbrechens“ – schrieb Zbigniew Herbert in einem Gedicht, das dem in Katyn ermordeten Edward Herbert gewidmet ist. Ein Besuch im Katyn-Museum zeigt jedoch, dass Tausende von Erinnerungsstücken erhalten geblieben sind – und mit ihnen die Erinnerung an mehr als 20.000 polnische Staatsbürger, die 1940 vom sowjetischen NKWD in Katyn und an anderen Tatorten ermordet wurden.
Das neue Katyn-Museum wurde 2015 feierlich eröffnet. Es befindet sich in den Backsteinmauern einer Kaponniere der Warschauer Zitadelle aus dem 19. Jahrhundert.
Der Audioguide beginnt mit den freudigen Momenten, in denen Polen seine Unabhängigkeit wiedererlangte, und mit den Kämpfen um seine Grenzen, unter anderem im Krieg gegen das bolschewistische Russland. Danach wandern wir durch die Zeit der Zweiten Polnischen Republik bis zu ihrer Zerschlagung durch das Dritte Reich und die Sowjetunion. An dieser Stelle führt uns der Audioguide zum Verbrechen selbst – zu seiner Planung und Ausführung.
Doch das ist nicht alles. Anschließend erfahren wir die Geschichte der sogenannten Katyn-Lüge und lernen die Mutigen kennen, die für die Wahrheit kämpften.
Wenn wir um das Verbrechen wissen, begleitet uns der Audioguide in eine Art Heiligtum – einen Ort mit Reliquiaren, in denen Tausende von Gegenständen gezeigt werden, die den Opfern gehörten und aus den Todesgruben geborgen wurden. Ein erschütterndes Erlebnis!