
Wer das „schwarze Schlesien“ sehen möchte, das Kazimierz Kutz in seinen Filmen verewigt hat, sollte nach Katowice kommen und in dieser dynamischen Stadt die Siedlung Nikiszowiec aufsuchen. Dort sind die charakteristischen Familoki aus Backstein – typische schlesische Arbeiterwohnhäuser – in hervorragendem Zustand erhalten geblieben, die zusammen mit der Kirche und weiteren öffentlichen Gebäuden eine ganz eigene Mikrowelt bilden. Gut kennenlernen kann man sie mit dem Audioguide, der Touristen in einer ehemaligen… Mangelstube zur Verfügung gestellt wird.
Die Siedlung Nikiszowiec, von den Bewohnern Nikisz genannt, wurde im zweiten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts erbaut. Bauherr war die Grube "Giesche", die auf diese Weise für ihre Beschäftigten – die Bergleute und ihre Familien – sorgte. Die Architekten der Siedlung, Georg und Emil Zillmann, dachten vor allem an deren Funktionalität, berücksichtigten aber auch die Ästhetik der gesamten Anlage.
So entstanden Wohnhäuser, ein Verwaltungsgebäude, eine Kirche, ein Badehaus, eine Wäscherei, eine Polizeiwache, eine Schule und sogar ein Gasthaus. Der Audioguide zeigt uns all dies mit den Augen der einfachen Bewohner und ruft zudem die Erinnerungen von Prof. Julian Gembalski, Prof. Dorota Symonides und Kazimierz Kutz wach.